Internet Provider: Finden, aber wonach suchen?

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u der Einrichtung einer Webseite gehören Domain, Webspace und zugehörigen Dienste. Meistens werden diese Komponenten in einem sogenannten Hosting Paket angeboten, bestehend aus einem Domainnamen, Webspace, Dienste sowie der technischen Infrastruktur, die für den Betrieb und der Verwaltung Ihrer Webseite nötig ist.
Dienste sind in diesem Zusammenhang E-Mail, FTP, Datenbanksupport, Subdomains, Nameserver, etc… die für einen Webauftritt unabdingbar sind.

1. Domain
Einen passenden Domainnamen können Sie leicht neu registrieren.
Alternativ haben Sie die Möglichkeit, auf eines der zahlreichen Angebote von bereits registrierten Domains zurückgreifen, die im Internet zu finden sind.
Die jährlichen Kosten für eine Domain sind niedrig, wie weiter unten beschrieben.

1.1.Neu registrieren oder lieber kaufen?
Registrierte Domains werden meistens mit deren Namen beworben, der angeblich sehr bekannt ist und bereits dadurch zur Kundenbeschaffung geeignet ist.
Das birgt jedoch das Risiko, dass der Name vielleicht doch nicht so bekannt ist wie angenommen, denn sonst würde sich der Inhaber nicht wirklich von ihn Trennen und wenn doch, nicht für einige hundert Euro.

1.2.Der Domain Namen: In der Kürze liegt die Würze.
Der Domainnamen sollte möglichst kurz und einprägsam sein.
Fakt ist aber, dass die meisten kurzen Namen für Deutschen Domainnamen nicht mehr zur Verfügung stehen. Jegliche Drei-Buchstaben Kombination dürfte bereits vergeben sein, wie auch dreistellige Namen mit Buchstaben und Zahlen. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Name bereits von einer anderen Person verwendet wird, was in der harmlosesten Auswirkung dazu führen kann, dass Sie den Namen wieder abgeben müssen. Passiert dies zu Beginn des Betriebs ist es ärgerlich. Passiert es hingegen nachdem Ihre Seite einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, ist es eine Image-Katastrophe.
Die Wahl des Domainnamen sollte auch berücksichtigen, ob Ihre Webseite ausschließlich für den Deutschsprachigen Raum von Bedeutung ist, oder ob Ihre Inhalte weltweit von Interesse sein könnten. Letzteres ermöglicht die Wahl eines Namens mit globalem Top Level (com, info, biz, etc…).

1.3.Aussagekraft von Domain Namen
Aussagekraft kann die Länge des Namens überbrücken.
Dabei sollte der Namen aber unter dem Diktat der Kürze nicht an Bedeutung verlieren.
Beispiel: www.ich-bin-der-guru.de ist zwar relativ leicht zu merken auch wenn er verhältnismäßig lang ist, hat aber keine Aussagekraft: Worin bin ich ein Guru?
www.ich-bin-der-fitness-guru.de hat hingegen Aussagekraft und ist einprägsam trotz der Länge. Allerdings wäre er für mich bedeutungslos, denn mein Angebot ist ein völlig anderes.
Nun, viel Spaß bei der Suche nach einen Domainnamen der aussagekräftig, einprägsam und nicht vergeben ist.
(Die beiden Domainnamen aus dem Beispiel sind übrigens noch frei zum registrieren (Stand 30.10.09)).

2. Webspace
Nachdem Sie einen Namen für Ihre Domain gefunden haben, ist der Provider an der Reihe.

2.1.Der passende Provider
Dem Provider den Vorzug zu geben, der „Alles aus einer Hand“ anbietet und möglichst günstig ist, wäre zu kurz gegriffen, denn „Alles aus einer Hand“ bedeutet gleichzeitig auch „Alles in einer Hand“. Das kann sich schmerzhaft bemerkbar machen, wenn Sie zu einem anderen Anbieter wechseln möchten.
Ihre Webseite müsste bei einem Provider abgelegt sein, dessen Angebot Ihren Inhalten gerecht wird und das richtet sich wiederum nach Anforderungen wie: Speicherplatz, Traffic, Subdomains, Datenbankanbindung, FTP, E-Mail, SSL, SSI, und vieles mehr.
Hierbei das richtige zu wählen ist eine ausschließlich bedarfsorientierte Entscheidung und eine Aufgabe, der Sie äußerster Aufmerksamkeit schenken sollten. Sparen Sie nicht an der diesbezüglichen Beratung, denn das wäre gerade in dieser Phase das falsche Ende.
Allerdings sollte dies eine objektive Beratung sein. Bei den Hotlines von Anbietern treffen Sie oft keine Fachleute oder diese sind ihrer Geschäftspolitik verbunden und demnach nicht objektiv.

2.2.Kostenloser Webspace
Kostenlose Angebote können Sie gleich zu Beginn ausschließen.
Nicht nur, dass kostenlos gehostete Seiten meistens vom Anbieter mit Werbung zugepflastert sind, nach einer Weile werden sie zudem langsamer und die Kostenfreiheit kann jederzeit aufgehoben werden.
Kostenlose Angebote sind nur für das Unterhalten einer Testumgebung vorstellbar, obwohl sie auch dafür nicht zwingend nötig sind.
Realistisch betrachtet, kommen für einen seriösen Internet-Auftritt nur zwei Varianten in Frage: Ein Internet-Provider oder eine Internet Agentur.

2.3.Internet Provider
Es gibt sie wie Sand am Meer und jeder ist der beste, günstigste und am kundenfreundlichsten. Meistens sind die Angebote in Pakete zusammengeschnürt, die zu unterschiedlichen Preise angeboten werden, wobei Sie gute Internet-Provider auch daran erkennen können, dass deren Pakete sich nicht ausschließlich in der Zahl der angebotenen Features unterscheiden, sondern auch Mengen berücksichtigen.

Beispiel: Ein Provider, der in seinen zwei Basispakete, keinen Datenbanksupport anbietet und nur ab der deutlich höheren dritten Preisklasse diesen Posten berücksichtigt, ist nicht immer die beste Wahl.
Demgegenüber, ist ein Angebot wesentlich attraktiver, wo in jedem der Pakete Datenbanksupport beigefügt ist und lediglich die Zahl der Datenbanken unterschiedlich ist, die eingerichtet werden können. Letzteres beweist Marktorientierung und Kundenfreundlichkeit des Anbieters, weil er weiß, dass heutzutage eine Datenbank nichts besonderes mehr darstellt und ebenso berücksichtigt, dass jemand der 20 Datenbanken einsetzt durchaus in der Lage ist einen höheren Preis zu bezahlen.

Internet-Provider unterscheiden sich auch hinsichtlich des angebotenen Service, wobei die umfangreiche Liste auf seiner Webseite weniger wichtig ist als die tatsächlichen Leistungen die er bereit ist, anzubieten.

Tipp Registrieren Sie Ihre Domain getrennt vom Webspace.
Dadurch kann gegebenenfalls der Umzug Ihrer Domain nämlich innerhalb von Stunden vollzogen werden und Sie brauchen keine Einbüßen in Kauf zu nehmen wegen den Ausfall Ihrer Webseite.
Zugegeben: Es wird nicht einfach, einen Provider zu finden, der mit einer solchen Konstellation einverstanden ist. Aber solche Provider gibt es.

Tipp Seien Sie wachsam bei der Kontaktaufnahme.
Wenn Sie im Laufe Ihrer Suche mit einem Provider Kontakt aufnehmen, der nicht – oder nur schwer – erreichbar ist, kurz angebunden wirkt oder auf Ihre konkreten Fragen nicht ebenso konkret eingeht, zögern Sie nicht ihn von Ihrer Liste zu streichen: Anbieter, die für einen potenziellen Neukunden – in diesem Fall Sie – nicht erreichbar sind, keine Zeit haben oder fundierten Antworten aus dem Weg gehen, werden ihr Verhalten mit Sicherheit nicht ändern sobald ein Kunde – ebenfalls Sie, nach Vertragsunterzeichnung – ein wie auch immer geartetes Problem haben wird.

2.4.Internet Agenturen
Sie können es sich auch ganz einfach machen, indem Sie eine Internet Agentur mit der Erstellung der Webseite und mit der ganzen Domain Registrierung und Einrichtung beauftragen.
Das kostet vielleicht etwas mehr, dafür haben Sie aber den Rücken frei und Ihr Auftritt wird zudem professionell durchgeführt.

Obiger Satz stimmt allerdings nur unter der Voraussetzung, das „etwas mehr“ und „professionell“ wahr sind.
„Etwas mehr“ zu bezahlen als bei direkter Geschäftsbeziehung zum Provider wird durch das Zwischenschalten eines Dritten unumgänglich. Dieser arbeitet schließlich für Sie.
Wenn aus „etwas mehr“ jedoch „viel(fach) mehr“ wird, dann stimmt der Eingangssatz nicht mehr.
Vorsicht ist geboten, denn nicht überall findet man dahinter was davor verkündet wird.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Prinzip nach dem die meisten Internet-Agenturen funktionieren ist für Kunden sehr hilfreich und tatsächlich empfehlenswert.
Es geht in diesem Artikel lediglich um die wenigen Ausnahmeerscheinungen, die viel versprechen solange der Vertrag nicht unterzeichnet ist.
Dieser Artikel soll Sie mit Basiswissen ausstatten, damit nicht auch Sie ein leichtfertiges Opfer von schwarzen Schafen werden.

Manche der in Frage kommenden Internet Agenturen sind von Webdesignern betrieben, die mitbekommen haben, dass „Alles aus einer Hand“ nicht nur bei den Providern sondern auch in Bereich Webdesign funktioniert: Opfer wird es immer geben.
Oder es sind Provider die für sich entdeckt haben, dass Webdesign im Grunde gar nicht so schwer ist.
Frei nach dem Motto „Was die anderen können, das können wir schon lange“ wurden Angebote erstellt, die einen Köder und mindestens eine – meist aber mehrere – Schwachstellen beinhalten.

Hinweis 1 – Der Köder ist oftmals der Preis für die Erstellung der Webseite.
Man stelle ein Angebot zusammen, mit einem konkurrenzlos niedrigen Erstellungspreis an dem einmalige Gebühren für die Einrichtung und Überwachung der Domain(s) gekoppelt sind und packe alles in einen Wartungsvertrag mit einer beliebigen Dauer ein. Einige geschickt hinzugefügte Referenzen zerstreuen die eventuellen Zweifel hinsichtlich der Qualität einer Leistung die zu so niedrigen Kosten angeboten wird. Der Rest ist Werbung.

Hinweis 2 – Es gibt natürlich Variationen zu obigem Beispiel.
Eine kompliziert programmierte Seite, deren Anpassung, Betrieb und Pflege jeweils „eine Kleinigkeit“ kosten, kann ebenso bindend werden wie ein Wartungsvertrag, aus dem einfachen Grund dass „Neu Machen“ kostengünstiger ist, als einen Programmierer dafür zu bezahlen, der das Konstrukt zu verstehen versucht um in der Lage zu sein, alles eins zu eins zu reproduzieren.
Je undurchsichtiger die Programmierung, desto höher die Hemmschwelle vor dem Umzug.

Tipp – Für beide – Provider und Internet-Agenturen – gilt:
Ein Preis für den Betrieb Ihrer Webseite, der mehr als 30EUR / Jahr (oder 2,50 EUR/Monat) beträgt, ist zu hoch. Darin enthalten sind alle Kosten für den Betrieb Ihrer Webseite: Domain-Namen, Subdomains, Webspace, Datenbanken, Nameservice, Traffic, E-Mail Konten, etc…
Was Internet-Agenturen Ihnen zusätzlich berechnen, ist das was Sie sparen könnten.
Theoretisch könnte man sagen, dass alles was Sie darüber hinaus womöglich bezahlen, ein Betrag ist, der einer anderen Sache als der Ihren zugute kommt.

Die Preise für Webdesign sind schwerer einzugrenzen, denn diese richten sich einerseits nach dem Bedarf eines Kunden und andererseits nach der Preisstruktur des jeweiligen Anbieters.
Dennoch gibt es einen Anhaltspunkt: Je mehr Komponenten für das Design als einzelne Posten in der Kalkulation angegeben sind, desto größer muss die Vorsicht sein.
Idealerweise wird ein realistischer Pauschalpreis berechnet, der alles nötige beinhaltet.
Zu einer Webseite gehören Bilder, Layout und Text. Rechnet man Angebote durch, wo fast alle Bestandteile dieser Komponenten als einzelne Posten erscheinen und noch zusätzlich ein Pauschalpreis anfällt, kommt man auf Summen, die jedem Buchhalter Tränen in die Augen treiben würden.
Vorsichtig sollten Sie auch im umgekehrten Fall sein, wenn nämlich „alles“ zu einem Preis um die 400 Euro – oder gar niedriger – angeboten wird.

Zu Ihrer Orientierung und bei Angeboten wo das Zusammenrechnen der einzelnen Erstellungspreisen erforderlich ist:
Ein ernst zu nehmendes Angebot für die Erstellung Ihrer Webseite sollte 20-30 Seiten- sowie mindestens eine Grafik (das Logo) und mindestens ein Kontaktformular beinhalten.
Eine solche Seite kommt ohne speziell programmierte Bausteinen aus (zur Erinnerung: Datenbank, Subdomains, E-Mail, etc… sind keine speziellen Einrichtungen auf einer Webseite) und darf nicht mehr als 1500 – 1700 Euro kosten, sondern eher darunter liegen.

Fazit:
– Ein guter Provider mit dem Sie direkt in Kontakt stehen kann Geld sparen.
– Eine Webseite ohne Wartungsvertrag, wo Sie selbst Änderungen vornehmen, kann viel Geld sparen.
Dafür gibt es Crash-Kurse – auch wir führen solche Kurse im Angebot – wo Sie genau das lernen: Ihre Webseite zu erstellen und ohne Fremdhilfe zu betreiben.

Autor: Michael Laser
MailTo: ekt-2843-info@ektema.com
Internet: http://www.ektema.com

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