Warum Python?

von Kai Surendorf

Für jeden Programmier-Neuling stellt sich die Frage, welche Sprache er lernen soll. Neben den Platzhirschen Perl und PHP erfreut sich vor allem Python zunehmender Beliebtheit. Was hat es also mit der Sprache auf sich, die inzwischen auch von einigen großen Webhosting-Anbietern mit dem magisch anmutenden Attribut "Objekt orientiert" angepriesen wird?

Python wurde Anfang der 90er Jahre von Guido van Rossum während seines Urlaubs entwickelt. (Der Name hat übrigens nichts mit Schlangen, sondern mit Monty Python zu tun.) Python eignet sich ebenso wie Perl dazu, Scripte für die Linux-Shell zu schreiben und auch ganze Applikationen für den Desktop mit Hilfe des Moduls Tkinter zu entwickeln. Eine Vielzahl an verfügbaren Modulen (z.B. zur Manipulation von Sound- und Bilddateien, XML-Export ) sowie die Tatsache, dass der Interpreter für fast alle Betriebssysteme verfügbar ist, machen Python zu einer Sprache, die schon universell einsetzbar ist. Wir werden uns im Kurs auf die Programmierung von CGI-Scripten beschränken. Alles andere würde den Rahmen sprengen.

Der große Unterschied von Python zu Perl und PHP ist es, dass es von Anfang an als Objekt orientierte Sprache entwickelt wurde. Objektorientierung bedeutet grob gesagt, dass der Programm-Code nicht hierarchisch von oben nach unten abgearbeitet wird, sondern sich Teile des Programms in Klassen zusammenfassen lassen. Man definiert also für eine sich öfter wiederholende Funktion eine Klasse, die diese ausführt. Dies kann z.B. eine komplexe mathematische Berechnung oder eine umfangreiche Datenbankabfrage und auch beides zusammen sein. Diese Klasse lässt sich, einmal definiert, an jeder beliebigen Stelle des Programs aufrufen. Ein Beispiel:

Nehmen Sie an, Sie haben eine Klasse namens html mit einer Unterfunktion namens template definiert, die einen beliebigen Text in ein HTML-Dokument an vorgegebener Stelle einfügt. Lassen wir die genaue Funktionsweise der Klasse vorerst beiseite. Stellen Sie sich einfach vor, Sie möchten den Text "Guten Tag" in die Vorlagen-Datei einfügen und das Ergebnis anzeigen.

In einem Python-Script würde das so aussehen:

ERGEBNIS = html.template ("Guten Tag")
print ERGEBNIS

Im obigen Beispiel wird der Klasse html (genauer gesagt, deren Funktion template) der Wert "Guten Tag" übergeben. Diese übernimmt den Wert nun, fügt ihn an der entsprechenden Stelle ein und schreibt das nun vollständige Dokument in die Variable ERGEBNIS. Diese wird mit Print angezeigt, was zu diesem Ergebnis führen könnte:

<html><head>Guten Tag</head><body>
<p>Guten Tag</p>
</body></html>

Leicht zu durchschauen
Python hat noch einen weiteren, für Anfänger interessanten Aspekt: Die Syntax der Sprache wird weniger von Klammern als von Zeilenumbrüchen und Tabulatoren bestimmt. Man erkennt schnell, wie das Programm aufgebaut ist und gewinnt auch bei Programmen anderer Entwickler schnell einen Überblick.

for i in range (10):
    print i
    print "zähle noch"

Obige for_next Schleife zählt von 1 bis 10 hoch und gibt jedesmal den aktuellen Wert - und damit verbunden - "zähle noch" 10-mal aus.

for i in range (10):
    print i
print "Hallo"


Hingegen würde diese Schleife zwar auch bis 10 hochzählen, aber erst am Ende einmal den Text "Hallo" ausgeben. Soviel zur (knappen) Einführung.

Link zum Thema: www.python.org

 

 
   Anzeigen


Navigation:    Webdesign - Programmierung - Web Grafiken - Software Guides - Tools - Templates - Schriftarten - Seminare - IT News
Partner:   Template OK - PCopen - SITEopen - PCopen Schweiz - HTMLopen Schweiz - VirtualUniversity.ch - WEB-SET.com - YesMMS - Job und Karriere