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Onlinebeschwerden 2018: FSM-Beschwerdestelle erreicht neuen Höchststand





Berlin (11.04.2019)

Im Jahr 2018 hat die Beschwerdestelle der FSM (www.fsm.de/beschwerdestelle) 6.733 Meldungen ber illegale oder jugendgefhrdende Onlineinhalte erhalten und damit mehr als je zuvor. Gegenber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um rund 20 % (2017: 5.614 Beschwerden).

Von den eingegangenen Hinweisen enthielten nach Prfung der FSM 1.069 (16 %) Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen (2017: 1.155 Beschwerden). Wenn solche Inhalte auf deutschen Servern gespeichert sind, leitet die FSM die Hinweise an das Bundeskriminalamt weiter. Bei den Inhalten, die in Deutschland gehostet waren (238 Flle), konnte eine Entfernungsquote von 100 % erreicht werden. Zwei Tage nach Erstmeldung waren bereits 80 % entfernt, nach sieben Tagen konnte keiner der Inhalte mehr abgerufen werden. Von den im Ausland gehosteten Inhalten befanden sich die meisten auf Servern in den USA (241 Flle), gefolgt von den Niederlanden (132 Flle), Russland (62 Flle) und Frankreich (45 Flle). 77 % der im Ausland gehosteten Inhalte konnten 2018 innerhalb von vier Wochen nach Erstmeldung entfernt werden. Das ist eine leichte Verbesserung im Vergleich zu 2017 (72 % Lschquote nach vier Wochen). Bei im Ausland gehosteten Inhalten bereitet insbesondere die Entfernung virtueller Missbrauchsdarstellungen und Posendarstellungen Minderjhriger Probleme. Die Verbreitung derartiger Inhalte ist in vielen Lndern, anders als in Deutschland, zulssig.

Die Anzahl der Meldungen ber pornografische Inhalte ist gestiegen. Mit 2.381 berechtigten Fllen (35 %) machten diese 2018 den grten Anteil insgesamt aus (2017: 1.375 Flle, 24 %). Bei den meisten Inhalten handelte es sich um gezeichnete Pornografie, die in sozialen Netzwerken von Nutzern verbreitet wurde oder um Hinweise auf Kindesmissbrauchsdarstellungen, bei denen nach Prfung durch die Beschwerdestelle aber pornografische Inhalte mit Erwachsenen festgestellt wurden. Es werden sehr viel mehr Flle von Darstellungen, in denen es vermeintlich um den sexuellen Missbrauch von Minderjhrigen geht, gemeldet (2018: 2.597 Flle), als sich nach der Prfung durch die FSM besttigen (2018: 1.069 Flle). In vielen Fllen ist das Alter der abgebildeten Personen auf den ersten Blick nicht eindeutig bestimmbar, da bspw. mit Kinderaccessoires oder -kleidung gearbeitet wird.

Im Bereich Extremismus ist die Anzahl der begrndeten Beschwerden weiter zurckgegangen. Hierzu zhlen z.B. die Zeit des Nationalsozialismus berhrende Inhalte wie das Verbreiten von verfassungswidrigen Kennzeichen, die Leugnung des Holocausts oder die Verherrlichung der NS-Zeit. Neben rechts- und linksextremistischen Inhalten zhlen hierzu aber auch terroristische Propagandainhalte, wenn in Deutschland verbotene Symbole dargestellt werden. Statistisch erfasst wurden 2018 67 Flle (1 %) dieser Kategorie (2017: 103). Auch die Anzahl der Beschwerden, die den Straftatbestand der Volksverhetzung betreffen, ist mit 51 Fllen (unter 1 %) im letzten Jahr etwas gesunken (2017: 54). Die Anzahl der geprften Flle liegt in diesem Bereich allerdings sehr viel hher. Das ist dem Umstand geschuldet, dass die Entscheidung, ob eine uerung noch von der Meinungsfreiheit gedeckt ist oder nicht, auch fr juristische Expertinnen und Experten nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist und stets eine sorgfltige Prfung und Abwgung bzw. geschichtliches Spezialwissen erfordert.

Wie im Vorjahr war rund ein Drittel der Beschwerden nach Einschtzung der FSM unbegrndet (2018: 1.984 Flle, 29 %). Dabei handelt es sich um Beschwerden, bei denen kein jugendmedienschutzrechtlicher Versto festgestellt werden konnte, wie z.B. politische Willensbettigungen, die entgegen der Einschtzung der Meldenden noch von der Meinungsfreiheit gedeckt waren und letztlich weder als strafrechtlich relevant noch als entwicklungsgefhrdend eingestuft wurden, aber auch Sachverhalte, die nicht in den Zustndigkeitsbereich des FSM fallen, wie etwa Persnlichkeitsrechtsverletzungen oder gesperrte Konten.

Weitere Auswertungen und Grafiken der Statistiken finden Sie unter www.fsm.de/de/statistik-beschwerdestelle

ber die FSM

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) ist eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung fr den Bereich Telemedien. Der Verein engagiert sich mageblich fr den Jugendmedienschutz - insbesondere die Bekmpfung illegaler, jugendgefhrdender und entwicklungsbeeintrchtigender Inhalte in Online-Medien. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich alle wenden knnen, um jugendgefhrdende Online-Inhalte zu melden. Die umfangreiche Aufklrungsarbeit und Medienkompetenzfrderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehren zu den weiteren Aufgaben der FSM.


FSM e.V.,
Katja Lange





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