Die Dreispaltigkeit

von Fries Websolutions

Was nicht passt, muß man passend machen. So muß es einem Webdesigner ergehen, wenn er mehr Inhalte bei einer Seite unterbringen muß, als er zur Verfügung hat. Weil das immer und überall passieren kann, wo mehr Inhalt entgegensetzt wird, wird schnell eine dritte Spalte dazugebastelt. Wobei man aber meist an Orientierung verliert.

Denn niemand kann eine dreispaltige Website leicht überschauen. Also muß der Surfer den Blick von ganz links nach ganz rechts wenden, und das immer wieder, denn meist sind die Seiten nicht nur breit, sondern auch ziemlich lang. Und damit besprechen wir ein grundsätzliches Problem des Webdesigns. Bei einem Buch oder einer Zeitschrift kann man das einfach umfangreicher gestalten, denn hier spielt die Länge eines Inhaltsverzeichnisses kaum eine Rolle, wobei im Web,  muß jede Seite quasi den kompletten Inhalt in Form einer Navigation beinhalten. Da aber diese mit zunehmender Masse an Informationen immer größer ausfallen muss, wird der Platz für den eigentlichen Inhalt immer mehr eingeschränkt. Auch die Anschaffung eines größeren  Bildschirms ist da keine Lösung, da inhaltsreiche Seiten bereits jetzt ihre Leser überfordern können.

Die meisten Portalseiten besitzen deshalb auch nur eine schwach erkennbare Kontur. Dieses mag dem ziellosen, gelangweilten "Surfer" vielleicht als angenehm erscheinen, aber dem Transport relevanter Information ist es sicherlich nicht dienlich. Vor allem diejenigen, die nach etwas bestimmten suchen, sind Aufgeschmissen.

Nachteilig bei der Suche ist auch der Einsatz immer kleinerer Schriften,  und durch die absichtliche, ungekennzeichnete Vermengung von redaktionellem Inhalt und Werbung.

Screenshot
Übersicht und Lesbarkeit stoßen bei Mehrspaltigkeit im Web an ihre Grenzen

Eigentlich ist die Grenze ist längst erreicht, wenn ein Massenportal wie zB. T-Online auf eine fünfspaltige Optik setzt, ja selbst die eigentliche Berichterstattung auch noch mehrspaltig hält, und durch einen zusätzlichen Einsatz von Frames, für Werbung und Navigation zur Nebensache erklärt.

Einen  Ausweg aus diesem Dilemma zu finden ist garantiert schwierig. Diversifikation wäre eine anzunehmende Möglichkeit. Das würde bedeuten, anstatt einer Webseite mehrere Webseiten zu betreiben. Eine andere Möglichkeit ist garantiert keine Geheimwissenschaft, denn häufig ist "weniger oft mehr". Aber das ist wohl nicht gewollt.

 

 
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