Farbe und Screendesign
von Fries Websolutions
Bildschirmarbeit ist sehr ermüdend, das ist jedem bekannt. Weniger bekannt
ist aber, das ein gezielter Farbeinsatz im Bildschirmdesign die
Augenbelastung deutlich reduziert und die Benutzerführung verbessern kann.
Die Grundlagen hierfür sind in vier Schritten aufbereitet: Von der Farbwahrnehmung über Farbeigenschaften und
auch ihre Wirkung bis hin zur Farbpsychologie und dem Bildschirmsystem RGB. A: Farbwahrnehmung und das Auge Farben sind
ein Teil des Lichts, und werden von dem Auge wahrgenommen und im Gedächtnis gespeichert.
Ein Farbeindruck entsteht durch einen Lichteinfall im Auge, der wandelt
es auf der Netzhaut. Je nach dem wie das Licht einfällt, öffnet oder schließt sich die Linse des Augapfels.
Es wird dadurch die Lichtmenge reguliert, und die Netzhaut stellt das
Bild scharf. Es sind die Nervenzellen, die die Farben, Kontraste und Strukturen
unterscheiden. Bei den unterschiedlichen Wellenlängen von Farben,
werden im Auge unterschiedlich starke Reize ausgelöst. Das Auge wird vom
Gehirn angesteuert. Denn alles was wir sehen, geht sofort zum Gehirn und
zurück. Wobei weißes Licht am stärksten ist. Bei den Bildschirmwahrnehmung gleicht
es einem "Blitzlichtgewitter" für das Auge und und dem Gehirn. Die Reize erfolgen direkt,
denn die Monitorfarben strahlen direkt ins Auge.  Farbempfindung B. Farbempfindung und Psyche Farben wecken
aber auch Empfindungen. Das Rot empfinden wir als warm und aktiv. Gelb als anregend , Energie geladen
und heiter. Grün als beruhigend und harmonisch. Blau als kalt und ruhig. Braun wird als langweilig. Je nach
einem Farbton kann das Empfinden schwanken: - Farben sind
wie Stimmungsmacher. Geheime Energien. In der Mode und Werbung wird dieses Wissen intensiv genutzt.
- Farbgefühl ist
auch an die sinnliche Eindrücke gekoppelt - wie zum Beispiel schmecken und riechen.
-
Die Farbbedeutung erlernen wir in der Natur und der Kultur.
- Farbe
ist nicht gleich Farbe (Blau ist nicht gleich Blau).
C. Farblehre: Farbeigenschaften und ihre Wirkung im Design Bisher haben wir
die Farben an sich unterschieden: Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange – jede
kann aber in sich ganz unterschiedlich sein. Kalt/warm -Kontrast Vergleichen Sie: Tomatenrot
mit Purpurrot, Dottergelb mit Zitronengelb, Apfelgrün mit Flaschengrün
Also eine warme Farbe und eine grelle Farbe. Helligkeitskontrast Unabhängig vom
einem Farbton können Farben verschiedene Helligkeitswerte haben. Gelb ist heller als Rot, grün heller als Violett. Jede
der Farben kann in sich kann heller oder dunkler gemacht werden. - Gestaltungshinweise:
Helligkeitskontrast sorgt für
eine gute Lesbarkeit. bei hellen Farben meint man sie sind vorne, dunkle
hingegen weichen zurück. Qualitäts- oder Sättigungskontrast Damit ist die Buntheit
einer jeden der Farbe gemeint: pur, satt, ungemischt. Aber desto höher die Farbsättigung, desto stärker
ist auch die Augenbelastung am Monitor. Daher sind die Pastelligen Fonds
sehr beliebt. Komplementärkontrast Wenn Farbpaare in ihrer Wirkung gegensätzlich sind,
z.B. Rot und Grün; Blau und Orange; Gelb und Violett nennen man das komplementär.
wenn sie in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander stehen, steigern sie
sich. - Gestaltungstipp:
Komplementäre Farben sind
sehr aufmerksamkeitsstark. Sie belasten daher die Augen. Simultankontrast Er hat mit
der Gleichzeitigkeit von Gegensatz in dem Sehprozess zu tun. Denn
ein reines Grau wirkt auf einem knallroten Hintergrund grünlich, aber
bei einem orangenfarbenen Hintergrund wirkt es bläulich-grau. Denn das Auge projiziert hier die Komplementärfarbe,
sie können es ausprobieren. So können sie dann Ihrem Kunden erklären, warum
ein feines Gelb seiner Website seltsam grünlich vorkommt, und zwar in
Unabhängigkeit von der Bildschirmwiedergabe. Menge, Proportion, Raumverhalten Das Raumverhalten von Farben richtet sich vor allem nach
dem Hell und Dunkel und dem Kalt und Warm-Bezügen einer Farbe. Warme Farben
kommen dem Betrachter entgegen, wobei kalte Farb-Töne eher zurück
weichen. Hier die Zusammenfassung der Farbeigenschaften Jede Farbe
kann man in fünffacher Weise verändern. 1. In Charakter - warm oder kalt . 2. In der Helligkeit - zu
Schwarz oder Schwarz. 3. In der Qualität - Satt oder getrübt. 4. Durch ihr Umfeld - Die Hintergrundfarbe beeinflusst. 5. Durch Proportion / Menge
und Größe. D. RGB: Screen versus Papier, RGB und CMYK Farben setzen sich am Bildschirm
aber anders zusammen, als auf Papier. Die vollen Primärfarben Rot /Grün/Blau = RGB des Bildschirms ergeben zusammen Weiß. Achtung:
Farbiges Papier verändert die Farbwiedergabe. Eine Bildschirmdarstellung gleicht in
gar keinem Fall einem Druckergebnis. Ausdrucke auf Papier sind generell nur in CMYK möglich. Die Aufgabe von Farbe am Bildschirm ist,
den Inhalte zu visualisieren 1. Wieder Erkennbarkeit eines Erscheinungsbildes 2. Gute Lesbarkeit von Text und Bild 3. Navigation und Benutzerführung durch systematischen Farbeinsatz 4. Animation und Zielgruppenansprache. Noch ein Wort zu
der Beliebtheit von Farben Nicht nur in der Mode, sonder auch im Marketing wechselt der Rang von Farben.
Denn seit einigen Jahren steht bei uns Blau ganz oben auf der Beliebtheitsskala, gefolgt von Rot. Zum Schluss ein paar Regeln und Tipps zum Umgang mit Farben am Monitor. - Weniger ist
nicht immer mehr. Viele Farben lenken ab. Wirksamer ist ein bestimmtes Farbschema
- Augenfreundlich gestalten
- Farben
Gleichheit, wo man Lesen muss
- Gute Lesbarkeit braucht einen Hell-Dunkel-Kontrast
- Inhaltsbezug und Zielgruppen
berücksichtigen
- Farbmengen. Warme, helle Farben zurückhaltend und
gezielt einsetzen
- Farben aus den 256 Bildschirmfarben wählen
(Speicher und Ladezeit)
- Schrift und Farbe
- Schwarz auf Weiß ergibt ein
sehr klares Schriftbild
Tipps zum Einsatz für Farbklima und
die Harmonisierung am Bildschirm Die Wirkung im Umfeld ist zu berücksichtigen: - Gelb wirkt auf Blau hell und vordergründig
- Blau wirkt auf Gelb
wirkt dunkel
- Mehr als bei anderen Farben zählt bei Grün die Sättigung
- Rot
hat Signalcharakter. Auf Grün wirkt Rot grell
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