Hier wird der Adobe Illustrator 10 getestet

von Fries Websolutions

Der neue Adobes Illustrator-Version 10 ist erhältlich und hat einige interessante Erneuerungen. Webdesigner werden vom neuen  Illustrator begeistert sein.

Bei der Installation des Programmes präsentiert sich der Illustrator in bekannter Optik, aber doch mit einigen Veränderungen.Sofort fallen die neue Werkzeuge und Menüeinträge auf, aber die Änderungen sind noch weit detaillierter.

Auffällig sind die Symbole, denn häufig wiederkehrende Grafiken, oder Texte, diese können dann als Symbole definiert werden, um dann als Originalobjekt im Dokument weiter verwenden. Wird eine Änderung des Ursprungssymbols gemacht, dann wirkt sich das auf alle, im Dokument gemachten, und gleichen Symbole dann aus. Wenn wir Korrekturen an zentralen Elementen einmal vornehmen, dann sparen wir uns lästige Wiederholungen. Aber wir können trotzdem den einzelnen Symbolen separate Effekte zuweisen. Aber wirklich interessant wird es, wenn wir ein Dokument, mit Symbolen in das SWF, Flash, oder SVG Format exportieren. Denn dann wird das Symbol nur ein einziges Mal gespeichert und alle weiteren identischen Symbole, verweisen dann auf das Original und sparen uns eine Menge Speicherplatz und die Symbol-Bibliotheken zur Verwendung der gleichen Symbole in verschiedenen Dokumenten sind dadurch möglich.

Dynamische Grafiken
Eine sehr nützliche Neuentwicklung, zur Unterstützung von dynamischen Grafiken, damit können wir in unseren Dokumenten auch Platzhalter, für Texte und Grafiken definieren, die an eine ODBC-kompatible Datenbank nun angebunden werden. Jetzt ist es möglich, durch erstellen einer einzigen Vorlage, die kann dann problemlos mit Hunderten von verschiedenen Text und Grafikfeldern gefüttert werden.

Doch für den Webdesign-Einsatz ist diese Funktion eigentlich überflüssig, denn diese Aufgabe wird doch besser von serverseitigen Programmiersprachen übernommen. Aber die Produktionszeit für den Printbereich, wird von diesem Feature nur profitieren, denn in kürzester Zeit können wir personalisierte Briefe, Kataloge und Broschüren nun erstellen und die Produktion von saisonalen Katalogen ist jetzt enorm einfacher.

Die Scriptunterstützung zur Automatisierung von Routine-Aufgaben werden eingeführt und dadurch das Zusammenspiel von Arbeitsgruppen noch verbessert. Der Adobe folgt damit den gleichen Weg, den Macromedia bereits erfolgreich beschritten hat, und das ist die bestmögliche Anpassung der Software an jeden einzelnen Nutzer.

Neue Export-Funktionen
Die Export-Funktion hat jetzt noch viel mehr zu bieten, unter anderem das Programmen, das bereits zum Quasi-Standard gewordene: Slicing, das zum zerschneiden von Grafiken für den Export ins Web genutzt wird, das gibt es nun auch endlich im Illustrator. Die Slices können wir einzeln optimieren und werden automatisch aktualisiert, und dadurch wird der direkte Export in eine entsprechende HTML-Tabelle unterstützt und dann mit relativ sauberem Code auch umgesetzt.

Aber ohne Verwendung von Platzhaltern, den BlindGIFs, hat aber auch der Illustrator große Probleme, um ein komplexes und zerschnittenes Bild wieder zusammenzusetzen. Denn einzelne Objekte können als Image Maps definiert werden und bei Maps, die auch noch über mehrere Slices verteilt sind, dann besitzt der Illustrator eine hervorragende Umsetzung und im Gegensatz zu den vielen, anderen Programmen müssen wir hier nicht in jedem Slice eine einzelne Image Map erstellen, denn das nimmt uns jetzt der Illustrator ab.
Ünterstützt werden jetzt auch Rollover-Effekte und können jetzt sofort, in den entsprechenden HTML-Code umgewandelt werden.

Wir können aber durch eine einfache Art der Animation, in dem wir den Export in das SWF (Flash) Format durch führen und dadurch wird jeder Layer nun als einzelnes Frame exportiert werden. Selbstverständlich ersetzen diese Option kein Animationsprogramm wie, LiveMotion oder Flash, doch lassen sich einfache Flash-Filme durchaus damit erstellen.

Verbessert werden die Import- und Exportfunktionen aus SVG-Dateien und mit den SVG-Live-Effekte noch hinzugefügt.

Im integrierten Adobe ist eine PDF - Exportfunktion und damit können wir jetzt unsere Dokumente sofort in eine PDF Dateien umwandeln, auch ohne die Hilfe des Adobe Acrobat. Es fehlen selbstverständlich die Funktion und die Feinheiten des Acrobat, wie zum Beispiel, die Lesezeichen und die Inhaltsverzeichnisse, doch für einige Präsentationszwecke reichen diese Funktion vollkommen aus und ersparen uns den Kauf eines noch weiteren Programms.

Für den Export von jedem Layer in das Web stehen noch Optionen, denn durch die CSS-Unterstützung, ist der Illustrator in der Lage, auch überlappende Layer korrekt in HTML jetzt wiederzugeben. Möchten wir grafische Effekte in HTML modifizierbare CSS-Layer haben, dann nimmt uns diese Funktion, zur Grafikerzeugung, damit eine Menge Arbeit ab.

Adobe integriert im neuen Illustrator nun ein Paket neuer Effekte, Funktionen und Filter und verschiedene Verflüssigungsfunktionen,aber auch neue Blendeffekte und eine ganze Palette von grafischen Filtern sind enthalten. Aber wir können Photoshop-Filter auch im Illustrator nutzen und dadurch haben wir viele neue Möglichkeiten, weil die neuen Verflüssigungsfunktionen auffallend gut umgesetzt wurden. Mit einem Arbeitschritt erstellen wir aus nur einem Buchstaben, durch die neuen Funktionen, auch die neuen Figuren.

Änderungen zur Arbeitserleichterung
Die Änderungen der Arbeitserleichterung betreffen auch die Zeichenwerkzeuge, denn bei Adobe werden nun endlich auf die Forderungen der Illustrator-Nutzer eingegangen und es wurde ein neues Linien-, Bogen- und Rasterwerkzeug eingeführt und das erspart uns bei Routine-Aufgaben nun viele lästige Arbeitsschritte. Es können nun ganze Rasterblöcke mit wenigen Arbeitsschritten erstellt werden. Um das Kombinieren von Objekten zu verbessern, wurde ein Zauberstab eingeführt, der es ermöglicht, Objekte nach einer Farbe auszuwählen und die sind bei komplexeren Dokumenten, eine sehr nützliche Funktion.

Doch an der Funktionen zur Diagrammerzeugung, daran wurde nichts verändert und ein vielleicht professioneller Anwender wird hier die detaillierte Optionen doch vermissen, aber eigentlich ist diese Funktion auch nicht dafür gedacht. Doch wer professionelle Diagramme erzeugen will, greift bestimmt auf ein entsprechendes Produkt zurück und kann dann die Ergebnisse im Illustrator danach weiter bearbeiten, aber einfache Balken- und Kreisdiagramme können doch schnell erstellt werden.

Im Test lief der Illustrator durchweg stabil, auch subjektiv war er bei einigen Aufgaben, sogar noch schneller als sein Vorgänger. Aber bei der Benutzerfreundlichkeit hängt er im Vergleich zu Macromedia-Produkten, immer noch hinterher, doch Adobe ist auf dem richtigen Weg dahin und einige Funktionen sind inzwischen doch einfacher zu nutzen. Doch bei oft benötigten Informationen, wie zum Beispiel, eine laufende Anzeige der Größenänderung beim Transformieren, die sind noch immer umständlich, oder erst gar nicht zu erreichen. Doch mit ein wenig Einarbeitungszeit ist auch diese Hürde noch zu nehmen.

Bilanz zum Schluss
Der Illustrator wird immer mehr zur kompletten Arbeitsstation, für alle anfallenden Präsentationsaufgaben und die neue Version 10 beeindruckt uns, von innovativen Features und kommt ihren größten Konkurrenten, Macromedia Freehand, in Sachen Webdesign immer näher. Hiermit sichert sich Adobe die Krone der Vektorbearbeitungssoftware, denn der neue Illustrator ist das derzeit noch das beste, und umfangreichste Programm seiner Art, wenn man über leichte Schwächen in der Bedienbarkeit einmal hinweg sieht. Das Update lohnt sich bestimmt für fast jeden, ambitionierten Illustrator-Nutzer und der Preis ist eigentlich angemessen und entspricht damit dem Niveau von Macromedia Freehand.

Kurzvergleich zu Fireworks für Webdesigner
Der Illustrator ist seit Jahren das Werkzeug der Profibranche, aber kann er mit den neuen Webfunktionen, dem auf Webdesign spezialisierten Fireworks hier mit gefährlich werden?

Fireworks besitzen dem Illustrator einen entscheidenden Vorteil für das Webdesign, denn das Programm ist eine Kombination aus: Vektor-, Bitmap- und Animationssoftware und damit wird die Erstellung von Grafiken und Animationen sehr vereinfacht. Aber durch seine Vielseitigkeit kann Fireworks nicht nicht mit den Spezialisten der Gegenseite konkurrieren und im reinen Vektorsegment besitzt es noch nicht die Möglichkeiten des Illustrators. Aber f ür das pure Webdesign, da reichen die Funktionen Fireworks doch aus, leider sind viele Effekte und Filter der neuen Illustrator-Version, noch nicht in Fireworks zu reproduzieren.

Doch ein Vergleich der Komprimierungsfähigkeiten unter den beiden Konkurrenten,da ist eine Überraschung für uns, denn bei großen Grafiken, so ab ungefähr 250k Pixel, da erzielt der Illustrator bei subjektiv gleicher Qualität bis zu 55% kleinere Dateigrößen und bei Grafiken in kleiner und normaler Größe, da erreichen Fireworks und Illustrator bei gleicher Qualität, ganz ähnliche Ergebnisse. Denn die Unterschiede sind hier kaum bedeutend, aber nur solange, wie man die Qualität nach Augenmaß bewertet und nicht nach den Komprimierungsoptionen der beiden Programme, die dann bei gleichen Einstellungen, doch dann sehr unterschiedliche Ergebnisse produzieren.

Der Fireworks mit seiner Kombination von: Vektor-, Bitmap- und Animationsaufgaben, wird einzigartig bleiben, weil er seinen Platz als Liebling doch vieler Webdesigner behalten wird, denn auch wenn der eine, oder andere neidisch auf die Features der neuen Adobe Produkte haben wird. Denn der Illustrator kann alleine die Webdesign-Funktionalität von Fireworks noch nicht schlagen.

Doch bei der Zusammenarbeit mit Photoshop und LiveMotion,da geht der Sieg doch klar an Adobe, denn die spezialisierten Funktionen der beiden erzeugen in diesem Gebiet hervorragende Ergebnisse. Denn diese Kombination von Adobe Illustrator, LiveMotion für Animationen und Photoshop, für Bitmap-Bearbeitung ist Fireworks, ist abgesehen von der Benutzerfreundlichkeit und Arbeitsgeschwindigkeit, dann doch deutlich überlegen.

Der Preisunterschied zwischen diesem Adobe Trio und Fireworks, müssen wir auch beachten und dann bleibt die Entscheidung, ob man die vielen Funktionen der Adobe Software auch wirklich benötigt und ob man dafür auch bereit ist, den doch sehr hohen Preis dann zu zahlen.

 
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