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Server Side Includes: Übersicht

Auch ein Web-Server kann bei der Gestaltung von Web-Seiten helfen. Dazu stehen auf vielen Servern die sogenannten Server Side Includes bereit. Ein Satz relativ einfacher Befehle, die in eine HTML-Seite eingebettet, direkt auf dem Server ausgeführt werden.

Damit ist es zum Beispiel möglich, das aktuelle Tagesdatum, die Uhrzeit, die Dateigröße oder die URL in eine HTML Seite zu übernehmen. Der Besucher merkt davon nichts, nicht einmal der Quellcode gibt einen Hinweis auf den Einsatz von SSI: Denn mit dem Aufruf im Browser werden die SSI Befehle sofort ausgeführt und dann erst mit dem Seitencode ausgegeben.

Seine wahre Pracht entfaltet SSI aber erst mit dem Einsatz von "Includes". Das bedeutet: Sie werden mit einem einfachen Befehl in die Lage versetzt, den Inhalt einer HTML- oder Textseite in eine andere einzufügen und zwar vollautomatisch. Auf diese Weise lassen sich wiederkehrende Elemente wie Menüleisten, Fußzeilen oder Adressen ganz einfach in eine beliebig große Zahl von Seiten einbetten. Muss später etwas verändert werden, brauchen nur die ausgelagerte Elemente angepasst zu werden, nicht jedoch die Seiten selbst. SSI ist nicht Browserabhängig, da es vom Server verarbeitet wird.

So gehen Sie vor:
Legen Sie eine Datei "menu.html" im Unterverzeichnis "daten" an. Diese Datei enthält eine Menüleiste, ein HTML-Kopfbereich braucht nicht definiert zu werden. Kopieren Sie den folgenden Code in eine beliebige HTML Seite und setzten Sie in dorthin, wo später das Menü erscheinen soll:

<!--#include virtual="/daten/menu.html"-->

Geben Sie Ihrer Datei eine neue Endung - sie muss auf .shtml lauten. Das ist wichtig, damit der Server weiß, dass sich in dieser Datei SSI-Befehle befinden, die er auszuführen hat. Den Vorgang der Ausführung nennt man "parsen".
Rufen Sie anschließend die Datei mit dem Browser auf. Die Menüleiste wird an dem für sie vorgesehenen Platz erscheinen. Ein Blick in den Quellcode der Seite verrät nichts Auffälliges, die SSI Befehle sind verschwunden und durch das Menü ersetzt. Alles wirkt so, als sei die Seite bereits so geschrieben worden. Achtung: Das Verfahren funktioniert nur online, schließlich werden die Includes auf dem Server ausgeführt.

Via SSI lassen sich auch CGI-Skripte ausführen und deren Ergebnisse direkt in die Seite übernehmen. Angewendet wird das zum Beispiel bei Umfragen oder Countern.

Die Befehle

Einfügen (Include)
<!--#include virtual="/daten/menu.html"-->

Dateigröße anzeigen
<!--#fsize file="/daten/seite.html"-->

Letzte Änderung anzeigen
<!--#flastmod file="/seite.html"-->

CGI Skript ausführen
<!--#exec cgi="/cgi-bin/counter.pl"-->

Variable ausgeben
<!--#echo var="DATE_LOCAL"-->

DOCUMENT_NAME (Name der HTML-Datei)
LAST_MODIFIED (Letzte Änderung der HTML-Datei)
DOCUMENT_URI (Pfad der HTML-Datei)
DATE_GMT (Datum/Uhrzeit, nach Greenwich Mean Time)
DATE_LOCAL (Datum/Uhrzeit des Servers (lokal)

Datumsformat (wird zusammen mit DATE_LOCAL benötigt)
<!--#config timefmt="%d.%m.%Y, %H.%M"-->

%a = Wochentag kurz, z.B. fri
%A = Wochentag lang, z.B. Friday
%b = Monat kurz, z.B. Feb
%B = Monat lang, z.B. February
%Z = Zeitzone, z.B. MEZ
%d = Tag im Monat 2stellig, z.B. 18
%e = Tag im Monat, z.B. 8
%m = Monat als Zahl, z.B. 02
%M = Minuten nach Stunde, z.B. 06
%S = Sekunden, z.B. 20
%H = Uhrzeit 24stündig, z.B. 18
%I = Uhrzeit 12stündig, z.B. 02
%U = Kalenderwoche, z.B. 10
%y = Jahr 2stellig, z.B. 00
%Y = Jahr 4stellig, z.B. 2000

Anmerkungen
Ob Ihr Server in der Lage ist SSI auszuführen, erfahren Sie entweder vom Provider, oder Sie probieren es einfach aus. Fügen Sie zum Beispiel die Befehlszeile für das Datum in eine HTML Seite, geben Sie ihr einen Namen, der auf .shtml (oder .sht oder .shtm) endet, nach dem anschließenden Upload, rufen Sie die Datei mit dem Browser auf. Erscheint das Datum, ist alles OK.

Ein Server wird durch viele SSI Aufrufe stärker belastet; ob das zum Tragen kommt, hängt von der Performance des Rechners ab und der Zahl der Seitenaufrufe. Suchmaschinen haben keine Problem mit Dateien, die auf .shtml enden.

SSI - Fehlermeldungen konfigurieren
Zugegeben, die Fehlermeldung sollte besser gar nicht erscheinen. Nun denn, für den Fall, dass doch einmal etwas passieren sollte: sie lässt sich konfigurieren.

Und das ist sogar recht einfach. Setzen Sie vor Ihre SSI-Befehle eine Zeile wie diese:

<!--#config errmsg="Leider haben wir an dieser Stelle ein technisches Problem" -->

Der enthaltene Text lässt sich beliebig verändern. Das ist durchaus sinnvoller als der englischsprachige Standard, der nicht jedem Besucher etwas sagen wird.

[an error occurred while processing this directive]

 

 
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